Hardtail vs. Fully – Was sind die Unterschiede?

Mountainbikevergleich Hardtail vs. Fully

Hardtail oder Fully – Eine große Diskussion ist entfacht – Doch worum geht es dabei eigentlich? Was passt besser zu mir? Welche Vor- und Nachteile gibt es? Dennoch sollte man im Hinterkopf behalten, dass es sich hierbei um eine Glaubensfrage handelt, die die Welt der Biker seit über einem Jahrzehnt spaltet.

Im Folgenden ein paar nützliche Tipps.

Was genau verbirgt sich hinter den Bezeichnungen „Hardtails“ und „Fullys“?
Hierbei handelt es sich um zwei verschiedene Konstruktionsarten von Mountainbikes. Die Übersetzung der Bezeichnung „Hardtail“ lautet wortwörtlich „harter hinterer Teil“. Dies kann man auch wortwörtlich nehmen, denn ein solches Bike besitzt lediglich eine Vorderrad-Federung und keinerlei Hinterrad-Federung. Diese Bauweise wird vorrangig bei Dirtjump-, Cross-Country und auch Trekking-Räder genutzt, da eine fehlende Federung bei diesen Sportarten nicht von großer Bedeutung ist. Zudem wird dadurch eine höhere Steifigkeit des Bikes erzeugt, wodurch die Bikes mit dieser Konstruktionsweise besser lenkbar sind.hardtail-vordere-federung-m
Der Gegensatz hierzu sind die „Fullys“ – wie deren Name bereits vermuten lässt („Full Suspension“) – komplett gefedert, sie verfügen also sowohl über eine Vorderrad-Federung als auch eine Hinterrad-Federung. Insbesondere Downhillstrecken wirken sich stark auf die Wirbelsäule aus und setzen dieser zu. Der menschliche Bewegungsapparat ist völlig überfordert mit ständigen und andauernden Erschütterungen, die durch Steine, Wurzeln etc. verursacht werden. Das Fully absorbiert einen Großteil dieser Auswirkungen. Und bietet entspannten Fahrspaß.


fully-vorne-hinten-federung


Gewicht und Kosten des Bikes gegen einen höheren Grad an Komfort

Wie bereits erwähnt handelt es sich sowohl bei einem Hardtail als auch einem Fully um ein Mountainbike, allerdings ergeben sich mit dieser Einordnung in die entsprechende Kategorie noch weitere wesentliche Merkmale zur Unterscheidung.

Fullys sind bekannt für eine bessere Traktion und etwas mehr Stabilität. Aus diesen Merkmalen lässt sich eine höhere Geschwindigkeit herleiten. Besonders beim Befahren eines schwierigen Geländes macht sich die doppelte Rad-Federung bemerkbar und die Unebenheiten lassen sich wesentlich besser ausgleichen. Zu beachten ist jedoch, dass diese Bikes schwerer sind als die Hardtails. Zudem ist ihr Kaufpreis höher, ebenso wie der Pflege- und Wartungsaufwand. Preislich wird man hier ab 2000,00 Euro liegen.

Im Gegensatz dazu bieten Hardtails, die im Übrigen eine Weiterentwicklung des starren herkömmlichen Mountainbikes sind, dem Interessenten ein geringes Gewicht und einen attraktiven Kaufpreis. Preislich geht es hier bereits ab 700,00 Euro los.

Daher werden diese Modelle besonders von Einsteigern gewählt. Die Wahl eines Hardtails führt zwar zu einer geringeren Kontrollmöglichkeit beim Fahren über Unebenheiten, allerdings wird dadurch auch der Pflegeaufwand geringer als bei Fullys. Zudem weisen diese Bikes eine geringere Traktion sowie eine geringere Geschwindigkeit auf.

Unterschiedliche Einsatzgebiete und dennoch immer das richtige Bike

Generell kann man keine Pauschalentscheidung treffen, wenn es um die Wahl eines Fullys oder eines Hardtails geht. Vielmehr hängt diese immer vom jeweiligen persönlichen Sachverhalt ab bzw. davon, wofür das Bike genutzt werden soll. Wie das? Soll das Bike überwiegend für Ausflugsfahrten auf Forstwegen genutzt werden, so ist ein Hardtail vollkommen ausreichend, zudem lässt sich mit dieser Wahl auch noch der Geldbeutel schonen. Sollen lange Strecken zurückgelegt werden, kann das geringe Gewicht der Hardtails ebenfalls ausschlaggebend sein. Sind Sie der „richtige“ Fahrertyp für Hardtails? Das ist dann der Fall, wenn Sie ein unkompliziertes und verlässliches Bike möchten, wobei Sie in der Lage sind, seine Kraftübertragung auch direkt zu nutzen. Wenn Sie auch keine (körperlichen) Probleme mit der fehlenden Dämpfung haben und über ein ausgereiftes Fahrvermögen auf unebenem Terrain verfügen. Dann könnte das genau das richtige Bike für Sie sein.

Hingegen haben Sie bei einem Fully mehr (Fahr)Komfort und eine höhere Geschwindigkeit, was sich allerdings auch preislich auswirkt. Ist jedoch das Befahren von unwegsamem Gelände Ihr Ziel, macht sich der Kauf eines Fullys in jedem Fall aufgrund der doppelten Federung und dem hohen Grad an Stabilität bezahlt. Sind Sie eher der Fahrertyp eines Fullys? Fullys eignen sich für all diejenigen, die zum einen nicht auf den Komfort einer Federung auch bei schwierigem Gelände nicht verzichten wollen, zum anderen eine bessere Dynamik beim Fahren schätzen. Um dieses Bike jedoch auch entsprechend nutzen zu können, sollten fundierte Fahrkenntnisse und Techniken vorhanden sein.

Hier ein paar Modellbeispiele für Hardtails:
Canyon Grand Canyon AL SLX 7.9
Votec VC Comp
Cube Reaction GTC Pro 27.5
Cube Reaction GTC SL 29
Canyon Grand Canyon AL SLX 8.9

Und hier ein paar für Fullys:
Cube Aim Pro black’n’green (2016)
Cube Analog grey’n’blue (2016)
Cube Stereo Hybrid 160 HPA Action Team 500 27.5″ (2016)

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